Weihnachtsmärchen 2003

 

Das tapfere Schneiderlein

 

Das Märchen und der Programmablauf

 

 

1. Bild        Schneiderlein’s Werkstatt

 

An einem schönen Morgen sitzt ein Schneiderlein in seiner Werkstatt auf einem Tisch und näht gut gelaunt an einem neuen Gewand.

Da kommt eine Bäuerin herein und bietet ihr Mus zum Verkauf an. Das Schneiderlein kostet ein wenig und lobt in höchsten Tönen die gute Qualität der Ware, kauft aber nur eine geringe Menge davon. Dies missfällt der Bauersfrau, und sie geht brummig ihrer Wege.

Das Schneiderlein schneidet eine Scheibe Brot ab, bestreicht diese mit dem Mus und vertieft sich wieder in seine Arbeit.

Der süße Duft des Muses lockt eine Schar von Fliegen an, die das Brot umschwirren. Das Schneiderlein versucht, die Quälgeister zu vertreiben. Als ihm das nicht gelingt, setzt es ihrem Leben mit einem Schlag ein Ende.

Sieben tote Fliegen zählt es nach diesem Streich und bewundert sich und seine Tapferkeit.

Alle sollen nun von seinem Mut erfahren, und so schneidert es sich einen Gürtel und stickt darauf in großen Buchstaben: „Sieben auf einen Streich!“

Es beschließt, seine Werkstatt zu verlassen, um in der weiten Welt seine Tapferkeit zu preisen. Bevor es loszieht, sucht es nach Essbarem, findet aber nur einen alten Käse. Den nimmt das Schneiderlein mit und macht sich auf den Weg. Vor dem Haus entdeckt es einen Vogel, der sich im Gebüsch verfangen hat. Es befreit ihn und nimmt ihn auf seine Reise mit.

 

2. Bild        Die Begegnung mit dem Riesen

 

Auf einer großen Blumenwiese rastet das Schneiderlein und schaut dem bunten Treiben der Wiesenbewohner zu. Plötzlich tauchen zwei Riesen auf.

Das Schneiderlein geht mutig auf sie zu und lädt sie ein, es auf seinem Weg zu begleiten. Verächtlich schauen die Riesen auf den kleinen Kerl hinab und lästern über ihn. Das gefällt dem Schneiderlein nicht und es zeigt ihnen den Schriftzug auf seinem Gürtel. Das flößt den Riesen Respekt ein, so dass sie es zu einem Wettstreit herausfordern. Es soll wie sie einen Stein mit der Hand so drücken, dass Wasser heraus quillt. Das Schneiderlein greift in seine Tasche, nimmt den alten Käse und presst die Flüssigkeit aus ihm heraus.

Als weiteren Beweis seiner Kraft wirft ein Riese einen Stein so hoch, dass er kaum noch zu sehen ist, und das Schneiderlein soll ihm dies gleich tun. Das Schneiderlein nimmt den Vogel und wirft ihn weit weg. Der Vogel erfreut sich seiner Freiheit und fliegt davon.

Nun soll das Schneiderlein seine Stärke beim gemeinsamen Tragen eines großen Baumes zeigen. Das Schneiderlein trägt aber nicht wie vereinbart an der Krone des Baumes mit, sondern setzt sich in das Geäst und lässt den Riesen die ganze Last alleine schleppen. Als der Riese entkräftet den schweren Stamm fallen lässt, springt das Schneiderlein schnell ab und gibt vor, mühelos beim Tragen des Baumes mitgeholfen zu haben.

Missmutig sinnen die Riesen auf Rache. An einem Kirschbaum zieht einer dessen Krone herab. Das Schneiderlein soll diese festhalten, um die Kirschen zu pflücken. Dazu ist es jedoch nicht in der Lage. Der Baum schnellt hoch und reißt das Schneiderlein mit hinauf. In der Baumkrone bleibt es hängen. Auf die Frage des Riesen, wie es dort hinaufgekommen sei, behauptet es, auf den Baum gesprungen zu sein, um sich vor dem herannahenden Jäger zu retten. Dieser feuert drei Schüsse ab, das Schneiderlein fällt erschrocken wieder zu Boden.

Um das Schneiderlein nun endlich loszuwerden, laden die Riesen es ein, mit ihnen in ihrer Höhle zu übernachten. Nachdem sie sich am Feuer gewärmt und ein Mahl zu sich genommen haben, legen sich alle zum Schlafen nieder. Elfen und Ungeheuer erscheinen dem Schneiderlein im Traum. Die Elfen raten ihm, die Höhle zu verlassen und sich wieder auf den Weg zu machen. Die Riesen, die das Schneiderlein schlafend im Bett vermuten, schlagen mit einer Stange auf das leere Bett ein. Hiernach verlassen die Riesen zusammen mit den Ungeheuern die Höhle und begeben sich in den Wald.

Dort treffen sie unerwartet auf das tot geglaubte Schneiderlein. Sie erschrecken gewaltig und laufen davon.

 

3. Bild – Im königlichen Palast


Auf seinem Weg erreicht das Schneiderlein nun den königlichen Palast. Das bunte Treibe am Hofe erstaunt es sehr, erschöpft setzt es sich zur Ruhe. Interessiert bestaunt das Volk den seltsamen Gast und liest die Inschrift des Gürtels: „Sieben auf einen Streich!“ Die Kunde von dem großen Helden wird dem König angetragen. Dieser lässt das Schneiderlein durch Abgesandte zu sich holen. Als der König den kleinen, schmächtigen Kerl sieht, zweifelt er an dessen Stärke und stellt ihn auf die Probe. Zum Beweis seiner Tapferkeit soll er die Riesen, das Einhorn und die Wildschweine fangen, die im königlichen Wald großen Schaden anrichten. Sollte ihm dies gelingen, so verspricht er dem Schneiderlein, erhält es seine Tochter zur Gemahlin und das halbe Königreich dazu.

Das Schneiderlein nimmt die Bedingungen an und zieht mit den Jägern in den Wald, die gestellte Aufgabe zu erfüllen.

 

 

4. Bild – Schneiderlein’s Tugenden

 

Im Wald findet das Schneiderlein die Riesen schlafend unter einem Baum.
Um die Riesen zu ärgern, bewirft es diese mit Schneebällen. Wütend bezichtigen sie sich gegenseitig des Angriffes und schlagen aufeinander ein, so dass beide entkräftet zu Boden sinken.

Kurze Zeit später erspäht das Schneiderlein das Einhorn, was sofort zum Angriff übergeht. Geschickt weicht das Schneiderlein aus und rettet sich hinter einen Baum. Das Einhorn prallt mit vollen Wucht gegen den Baum, so dass dessen Horn im Stamm stecken bleibt. Geschwind bricht das Schneiderlein das Horn ab und reicht es den Jägern als Beweis für den König.

Nicht lange darauf trifft das Schneiderlein auf die Wildschweine, die im Wald ihr Unwesen treiben. Mit Mut und Geschicklichkeit gelingt es ihm, das größte Tier zu fangen und so die ganze Gruppe unschädlich zu machen.

Nachdem nun alle gestellten Aufgaben gelöst sind, machen sich das Schneiderlein und die Jäger zurück auf den Weg zum königlichen Palast.

 

 

5. Bild – Schneiderlein’s Rückkehr zum Palast

 

Im Palast schauen der König und seine Tochter dem fröhliche Treiben von Hofdamen, Gauklern, Abgesandten und dem Volk zu.
Großer Jubel herrscht bei der Rückkehr des tapferen Schneiderlein und der Jäger. Diese berichten über seine große Tapferkeit und gemeinsam führen sie die Besiegten dem König und seinem Hofe vor.

Voller Zufriedenheit löst der König sein Versprechen ein und gibt seine Tochter dem tapferen Schneiderlein zur Gemahlin. Er richtet ein großes Fest aus, an dem alle teilnehmen und sich zum Abschluss an einem großen Feuerwerk erfreuen können.